21 Juli 2017

Aachen: Tagebuch Freitag

Endlich ein Erfolgserlebnis für das deutsche Team! Christoph Sandmann siegt beim Wettbewerb “Jagd um Punkte“. Heute Nachmittag bei der feierlichen Siegerehrung im großen Stadion wird dann erstmals in diesem Jahr für die Fahrer die deutsche Nationalhymne erklingen. Sandmann fuhr eine fast perfekte Runde.

Christoph Sandmann
Photo: Rinaldo de Craen

Dass ein Bällchen bei einem Kegel fiel, blieb ohne weitere Folgen, da lediglich 10 Punkte verloren gingen. Den deutschen Erfolg rundete Georg von Stein ab, der mit 1.760 Punkten Platz 4 belegte. Bei ihm fiel gleich das erste Kegelpaar mit 80 Punkten. Ohne diesen Vorfall wäre sogar ein noch besseres Ergebnis möglich gewesen. Aber auch so zufriedene Gesichter im deutschen Lager.

Bei den weiteren Favoriten fiel entweder der Joker, oder das Timing stimmte schlichtweg nicht. Bei Ijsbrand Chardon fiel gleich bei seinem ersten Versuch der Joker. Theo Timmerman verschätzte sich um ca. eine Sekunde bei seinem zweiten Anlauf auf den Joker. Bei Boyd Exell, dem bisherigen Dominator der Aachener Tage, fehlten rund drei Sekunden für einen 2. erfolgreichen Versuch, den Joker zu befahren. Schlichtweg vermanagt – wer hätte dies von dem Perfektionisten gedacht. Rainer Duen legte eine tolle Runde hin, aber im Joker drängte eines seiner Vorderpferde trotz einer nach rechts gelegten Schleife nach links weg. Aus war der Traum von einer möglichen Platzierung. Mareike Harm begann mit dem Joker, um so gleich klare Verhältnisse zu haben. Aber eine Stange fiel. Damit war die Chance auf eine Platzierung auch für sie vorbei.

Parcourschef Dr. Wolfgang Asendorf hatte einen hoch interessanten Joker aufgebaut, der sich für alle Fahrer als eine echte Herausforderung erwies und für die Zuschauer in seinem besonderen Schwierigkeitsgrad gut nachvollziehbar war. So wurde denn auch jede erfolgreiche Absolvierung dieser Klippe von den Zuschauern mit viel Beifall bedacht. Eine längere Zeitvorgabe hätte allerdings auch nicht sein dürfen, denn dann wären den Fahrern die Alternativen ausgegangen. So hat es gerade super gepasst.

Der morgige Geländetag, mit einer wie immer ganz schweren Marathonstrecke, wirft seine Schatten voraus. Die Niederländer liegen in der Mannschaftwertung – wie immer nach der Dressur – ganz deutlich in Front. 49 Strafpunkte waren ihr Streichergebnis in der Dressur. Einfach wirklich stark dieses Team.  Derzeit beträgt ihr Vorsprung rund 16 Punkte auf die Verfolger. Überraschend gut bisher das von Felix Brasseur betreute französische Team auf Platz 2. Deren Vorsprung auf die deutsche Mannschaft beträgt rund 8 Punkte; aber dies sollte bei unseren drei starken Geländefahrern doch eigentlich aufzuholen sein. Vermutlich werden sich die Belgier dann schon eher als Konkurrenten für einen Platz auf dem Treppchen für das deutsche Team erweisen. Denn Simonet und Geerts sind hervorragende Geländespezialisten. Die Wetterprognose sagt Regen voraus. Damit wird es für die Fahrer bei dem leicht hügeligen Profil der sowieso schon schweren Strecke alles noch kräftezehrender werden.

Michael Brauchle, der schon dreimal im Aachener Gelände siegreich war, konnte aufgrund einiger privaten Umstellungen nur sehr wenig trainieren. Man darf gespannt sein, wie der Geländespezialist unter diesen Bedingungen hier auftreten wird. Viel Spannung ist wie immer angesagt.

Rudolf Temporini

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