22 Februar 2017

Auftaktveranstaltung mit hoher Beteiligung

Rund 100 am Traditionsfahren interessierte Fahrer, Richter, Veranstalter von Traditionsfahr-wettbewerben und Kutschenhändler fanden sich am 4. Februar 2017 im bergischen Wiehl ein. Eingeladen hatte der erst im Oktober 2016 neu gegründete Deutsche Traditionsfahrer Verband e.V. (DTV). Es galt, Vorstand, Satzung und Verbandsaufgaben sowie die ersten Arbeitsergebnisse, darunter den Entwurf eines nationalen Reglements für das Traditionsfahren zu präsentieren. DTV-Präsident Siegward Tesch leitete die Veranstaltung mit einem Vortrag über die Anfänge des turniersportlichen Fahrens im 19. Jahrhundert ein – angefangen von den Concours d’Elegance“ bis zu den Fahrturnieren Anfang des 20. Jahrhunderts und schließlich dem FEI-Sport. Sein Fazit: „Traditionsfahren, ein neuer Weg des Fahrens, der ein ganz alter ist, heute wieder modern!“

Der DTV möchte als Verband allen, die sich für das Traditionsfahrern interessieren, eine Heimat bieten. Satzungszweck ist es, das Wissen um die Fahrkultur zu erhalten, zu vermitteln und zu vertiefen. Dazu sollen im Bereich Ausbildung Seminare, Studienreisen und Trainings angeboten sowie ein „Wissenspool“ für Teilnehmer, Trainer und Richter aufgebaut werden. In Zusammenarbeit mit namhaften Richtern im Traditionsfahren aus dem In- und Ausland soll eine Grundlage für die Aus- und Weiterbildung von Richteranwärtern im Traditionsfahren erarbeitet werden. Am Richteramt Interessierte sollen durch regelmäßige Einsätze als Hilfsrichter und entsprechende Seminare auf das Richteramt vorbereitet werden. Schließlich soll eine gezielte Pressearbeit erfolgen, die über alle Veranstaltungen und aktuellen Themen informiert.


DTV-Präsident Siegward Tesch hielt einen Vortrag über die Anfänge des turniersportlichen Fahrens bis heute.
Photo: Thomas Sagkob

Erstes nationales Reglement

Unter Berücksichtigung bereits bestehender Reglements u.a. aus den Niederlanden und Frankreich setzte sich der DTV-Vorstand intensiv mit der Erstellung eines eigenen nationalen Reglements auseinander, das den Bedürfnissen der Traditionsfahrer in Deutschland entspricht. Ziel ist es, eine große Vielfalt an Veranstaltungsarten zu erhalten beziehungsweise noch weiter auszubauen. Dazu beinhaltet das DTV-Reglement ein Modulsystem für nationale (CAT), internationale (CIAT) sowie für Tagesveranstaltungen, bei dem die Veranstalter verschiedene Module frei miteinander kombinieren können, beispielsweise für eine CAT/CIAT-Veranstaltung mindestens die Präsentation und zwei Module, für eine Tagesveranstaltung die Präsentation und ein Modul.

Module nach DTV-Reglement
• Präsentation (obligatorisch)
• Wegestrecke ohne Geschicklichkeitsprüfungen
• Wegestrecke inklusive Geschicklichkeitsprüfungen
• Geschicklichkeitsprüfungen als separater Wettbewerb
• Hindernisfahren (z.B. Kegel)
• Kombination aus Hindernisfahren und Geschicklichkeitsprüfungen

Der Vorteil: Fest definierte Module mit Bewertungskriterien erlauben eine Vergleich-barkeit zwischen verschiedenen Veranstaltungen, auch wenn die eine vielleicht als Streckenfahrt mit Kegelfahren, die andere als Kurzstrecke mit Geschicklichkeits-prüfungen ausgelegt ist.
Die Präsentation ist dabei als Kern jedes Traditionswettbewerbs obligatorisch. Im Hinblick auf Deutsche Meisterschaften ist es auf diese Weise möglich, die Ergebnisse über das Jahr zu sammeln, um schließlich die Kandidaten für eine Deutsche Meisterschaft zu ermitteln. Darüber hinaus sind weitere Module geplant, beispielsweise Ausfahrt mit Picknick, Distanzfahren, Dressurprüfungen, Fahraufgaben wie um 1900 (Concours Hippique) uvm.
Eine weitere wesentliche Neuerung ist die Einteilung der Wagen in 1. Traditionelles Gespann, 2. Replika (Nachbauten) und 3. Stilvolle Freizeitanspannung. Ziel ist es, zu einer zufriedenstellenderen Bewertung von Fahrern mit Originalwagen und Replikas zu kommen sowie Einsteigern im Rahmen des Reglements für die Tagesveranstaltungen die Gelegenheit zu geben, mit einer Freizeitanspannung „Traditionsfahrluft“ zu schnuppern.
Übernommen wurden im Reglement die meisten gewohnten Regelungen für Streckenfahrten und das Hindernisfahren. Allerdings wurden die Zeiten für die Streckenfahrten und das Hindernisfahren gesenkt, damit die Gespanne die Strecke sicher und in einem für Pferde und Fahrer angemessenen Tempo absolvieren können.
In diesem Jahr wird das Reglement erstmals bei den Traditionsturnieren in Aachen, Warendorf, Biblis und auf Schloss Kühlenfels angewendet.
Die erste ordentliche Mitgliederversammlung des DTV ist für den 25. März 2017 ab 11:00 Uhr im Deutschen Pferdemuseum in Verden (Aller) geplant. Alle aktuellen Informationen finden sich unter www.dtv-tradition.de.