1 Juli 2019

Gold für Steffen Brauchle, Dieter Baackmann, Fabian Gänshirt und Alexandra Röder

Bei den Deutschen Meisterschaften der Ponyfahrer und der Para-Fahrer in Bad Segeberg haben bei den Einspännern, den Vierspännern und den Para-Fahrern die amtierenden Meister Fabian Gänshirt, Steffen Brauchle und Alexandra Röder ihre Titel verteidigt. Bei den Zweispännern sorgte dagegen Dieter Baackmann mit seinem Sieg für eine kleine Überraschung.

Die gesamte Elite der Ponyfahrer-Szene und der Para-Fahrer traf sich zu den Deutschen Meisterschaften in Schleswig-Holstein auf dem Landesturnierplatz in Bad Segeberg – der Stadt, die bundesweit für ihre Karl-May-Festspiele bekannt ist. In zwei Anspannungsarten, nämlich bei den Vier- und den Zweispännern gab es dabei den gleichen Titelverteidiger. Steffen Brauchle aus Lauchheim-Hülen gewann im vergangenen Jahr Gold bei den Pony-Vierspännern, aber auch bei den Pony-Zweispännern, denn 2018 fanden diese beiden Deutschen Meisterschaften nicht gemeinsam bei einem Turnier statt. In Bad Segeberg trat er aber wieder bei den Vierspännern an. Nach Platz zwei in der Dressur und dem Sieg im Gelände musste er als Führender der Kombinierten Wertung als letzter Starter in den Kegelparcours. Vor ihm war Jaqueline Walter (Petershagen) als einzige Fahrerin fehlerfrei geblieben und hatte ihn damit unter Druck gesetzt. Aber Brauchle behielt die Nerven und konnte sich mit seinen Ponys trotzdem noch einen Abwurf und einen Zeitfehler erlauben und gewann seine insgesamt zehnte DM-Goldmedaille – eine Woche nachdem sein Bruder Michael bei der DM der Vierspänner in Riesenbeck ebenfalls Deutscher Meister geworden ist.

Silber gewann damit Jaqueline Walter, die im vergangenen Jahr ebenfalls Vize-Meisterin und 2016 Deutsche Meisterin war. Platz drei ging an Sven Kneifel (Wunstorf), der sich nach Platz drei in der Dressur und im Gelände mit der zweitbesten Runde im Kegelparcours (0,36 Zeitfehler) die Bronzemedaille gesichert hatte. Vor dem Kegelfahren lag eigentlich noch der amtierende Weltmeister der Pony-Vierspänner Michael Bügener aus Gronau auf Bronze-Kurs. Aber drei Abwürfe im Parcours ließen ihn auf Rang vier zurückfallen. „Michael hatte richtig Pech. Als er im Parcours war, fing die Band mit ihrer Musik an und seine Ponys wurden richtig heiß, daher die drei Bälle“, so Bundestrainer Karl-Heinz Geiger.


Steffen Brauchle
Foto: Dr. Jürgen Schwarzl

Pony-Zweispänner: Überraschungssieger Dieter Baackmann

Bei den Pony-Zweispännern musste es also einen neuen Deutschen Meister geben, denn Brauchle startete ja bei den Vierspännern. Von Platz eins bis Platz sechs trennten die Zweispännerfahrer keine zwei Bälle. Nach Platz zwei in der Dressur und Platz sieben im Gelände hatte sich Dieter Baackmann an die Spitze der 18 Zweispänner gesetzt. Der Deutsche Meister von 2010 und 2014 und Weltmeister von 2011 behielt die Nerven und fuhr mit lediglich einem Ball, also drei Strafpunkten, ins Ziel. Da nur Jan-Felix Pfeffer, der vorher auf Rang fünf gelegen hatte, fehlerfrei geblieben war, konnte sich Baackmann den Ball erlauben und hatte Gold. „Die Dressur war schon gut mit einigen Höhepunkten, die Pferde waren frisch, die Hufschlagfiguren hätten etwas besser sein können. Das Gelände war sehr gut und vor allem sicher“, so das Fazit des Fliesenlegers aus Emsdetten. „Vor dem Kegelfahren war ich relativ ruhig, denn das war in letzter Zeit immer meine stärkste Disziplin. Ich freue mich, dass ich mit Hesselteichs Aventino ein drittes Pferd habe, dem ich neben meinen beiden alten Gideon (21) und Hesselteichs Lion King (18) blind vertrauen kann und den ich auch in allen drei Teildisziplinen einsetzen kann. „Das war schon überraschend, dass Dieter Baackmann hier Deutscher Meister wird“, gab auch Bundestrainer Geiger zu, dass er ihn nicht als Favoriten auf dem Zettel gehabt hatte. Silber ging an den amtierenden Vize-Weltmeister Jan-Felix Pfeffer (Oering), Bronze an Stephan Koch (Krukow), der unter anderem 2011 bei der WM der Ponyfahrer Silber geholt hatte. Nach längerer Fahrsport-Pause gewann er jetzt mit einem neuen Gespann die Bronze-Medaille.


Dieter Baackmann
Foto: Dr. Jürgen Schwarzl

Pony-Einspänner: Tripple für Gänshirt und David L

Titelverteidiger bei den Pony-Einspännern war Fabian Gänshirt (Lahr) und sein Deutsches Reitpony David L. Die beiden ließen auch in diesem Jahr nichts anbrennen und holten ihr drittes DM-Gold in Folge. Mit Platz eins in der Dressur und Platz drei im Gelände konnten sie sich dann sogar 8,63 Strafpunkte im Kegelparcours erlauben. „Das war schon eine überragende Dressur und mit dem Gelände haben sie sich dann die Position gesichert“, so Bundestrainer Geiger. Platz zwei ging an Katja Berlage (Nettetal) mit Nordstern’s Störtebecker, Bronze gewann Niels Grundmann (Fredenbeck) mit Tadeusz.

Erstmalig unterstützte Vierspännerfahrerin Mareike Harm als Assistenz-Trainerin die beiden Bundestrainer Karl-Heinz Geiger und Dieter Lauterbach vor Ort in Bad Segeberg. „Das hat mit unserem Dreier-Team richtig gut funktioniert, wir haben die Aufgaben gut verteilt. Das war eine gelungene Premiere“, zeigte sich Cheftrainer Geiger sehr zufrieden. Für die Ponyfahrer waren die Deutschen Meisterschaften zugleich auch eine Pflichtsichtung auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften, die vom 25. bis 29. September in Kisber in Ungarn stattfinden.


Fabian Gänshirt
Foto: Dr. Jürgen Schwarzl

DM der Para-Fahrer: Alexandra Röder verteidigt Titel

Gemeinsam mit den Ponyfahrern ermittelten auch die Fahrer mit Behinderung ihren Deutschen Meister in Bad Segeberg. Auch hier konnte die amtierende Deutsche Meisterin Alexandra Röder (St. Augustin) mit der KWPN-Stute Equistar Lucie ihren Titel erfolgreich verteidigen. Platz eins in der Dressur, Platz eins im Gelände und lediglich 3,02 Strafpunkte im Hindernisparcours verhalfen ihr zur Goldmedaille. Silber ging an Heiner Lehrter (Mettingen), amtierender Vize-Weltmeister, mit seinem erfahrenen Pony Dashwood. Bronze gewann die Vize-Meisterin von 2018 – Yvonne Hellenbrand mit ihrem Haflingerwallach Anderson. Insgesamt traten neun Fahrer bei der DM der Para-Fahrer an.

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Quelle: FN


Alexandra Röder
Foto: Dr. Jürgen Schwarzl